Nettes Schwarzwaldmädel? Awa, da lacht die Marie!

Der Nachkriegs-Trostfilm schlechthin, das legendäre „Schwarzwaldmädel“ wurde vom 1. Mai bis 3. Juni 1950 gedreht, unter anderem in St. Peter, in Baden-Baden und in Garmisch-Partenkirchen. In Garmisch, aha. Der Film, der den Schwarzwald zur Marke macht, mit Bollenhut, Kuckuck, Bärbele und Tracht bedient sich einer oberbayrischen Kulisse? Seltsam, auch heute, wenn die Schwarzwälderin sich entschlossen auf die Suche nach Schwarzwald-Mode macht … „heidenei, des muss es doch gebe, des kann doch nit sei, dass mir kei eigene Mode hen, i kann doch nit in dr Tracht rumrenne …“ – auch heute stoßen wir auf Alpen. Dirndl. Das Gwand mit dem Ausschnitt, der bei 80% der Trägerinnen nur mithilfe von Power-Push-Ups ausgefüllt werden kann, ist omnipräsent. In allen Farben, Preiskategorien, Qualitätsanmutungen und -zumutungen. Cannstatter Wasen? Dirndl. Ich weiß nicht, ob das sogar kulturelle Aneignung ist, wenn sich die Stuttgarterin im buttergelben Samt-Dirndl aus Österreich in’d Stroßaboh hievt. Ah, abgeschwiffen – ich bin ja im Schwarzwald, das ist eine völlig andere Kulturregion als der Mittlere Neckar.

Nett? Awa! Aufregend. Auffallend. Ausgefallen. Aufrecht. Königinnenlich. Einzigartig.

Keine Frage, beim Preis schluckt die Marie, aber die Augen leuchten und das Herz hüpft. Ich dachte mir: Ein Mal im Leben! Gut, ich befürchte, dabei wird es nicht bleiben, ich spare und freue mich auf den nächsten Besuch.

Hier ein paar Impressionen.

Fotos: Jo.M.Riccardi; Location: Geißhalde; Junghans Terrassenbau Museum || Schwarzwald Couture Website

PS: Egal, wen oder was ich in meinen TIPPS vorstelle, ich erhalte dafür kein Geld oder irgendwelche Zuwendungen. Es ist einfach meine persönliche Begeisterung.

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ECHT JETZT, ELISABETH?

Elisabeth ist mein zweiter Vorname. Elisabeth II, und dies hier ist die Plattform: Für hintersinnige Geschichten. Um Schönes zu empfehlen. Zum Auf- und Abregen über Unsinn zwischen früher und heute. Um Leserinnen, Leser und alle dazwischen und außerhalb (danke, Jan Böhmermann!) zu amüsieren, zu erfreuen, ebenfalls aufzuregen, zu inspirieren. Wir lassen die Kirche im Dorf, mit Humor, ohne Nostalgie, mit Verstand und Lust am Denken.

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